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Semarang

Eigentlich ist Semarang an der Nordküste Javas eher ein Ziel für Geschäftsreisende denn für Touristen. Eigentlich – denn die Stadt präsentiert sich erstaunlich vielfältig, spannend und ist (obwohl abseits der üblichen Touristenrouten) durchaus einen Besuch wert.

Es sind die offensichtlichen Gegensätze, die Semarang so besonders machen. Beispielsweise zwischen der mehrheitlich chinesischen Bevölkerung und dem kolonialen Herzen der Stadt. Der Sam Po Kong Tempel (Gedung Batu) etwa ist mit seinem breiten, geschwungenen Dach, seinen roten Lampions und bunten Holzbalken ein Paradebeispiel für chinesische Tempelarchitektur. Der Tempel liegt rund 5 Kilometer südwestlich des Stadtzentrums und wurde zu Ehren des chinesischen Admirals Zheng He erbaut, der die Stadt zu Beginn des 15. Jahrhunderts besuchte. Ebenfalls im Südwesten von Semarang liegt der (sehr empfehlenswerte!) Pasar Johar (Johar-Markt) sowie die Masjid Agung, die größte Moschee der Stadt. Aber zurück zur chinesischen Seite von Semarang: Den Semawis Night Market in Chinatown sollten Sie auf keinen Fall verpassen! Er findet immer freitags, samstags und sonntags an der Gang Warung statt. Stürzen Sie sich in Getümmel und genießen Sie hier die authentischen (und leckeren! und günstigen!) lokalen Spezialitäten, staunen Sie über die kunstvollen javanischen Souvenirs und Dinge des Alltags, genießen Sie den Trubel und die erstaunlichen Darbietungen der Straßenkünstler, kurz: die Stimmung an diesem Abend. Wer lediglich ein wenig shoppen möchte, fährt aber vielleicht besser zum Simpang Lima ins Stadtzentrum, wo es gleich mehrere große Einkaufszentren gibt…

Semarang

Semarang ©iStockphoto/ARIS_NURHINDARTO

Im Gegensatz dazu hat Semarang aber auch noch eine extrem gegensätzliche Seite. Die Rede ist vom kolonialen Erbe der Stadt, das vor allem in der „Outstad“ vergleichsweise gut erhalten ist. Die Holländer hinterließen auch hier ihre Spuren, sei es in Form von Warenlagern, die selbst heute noch genutzt werden, oder in Form der Gereja Blenduk, der Blenduk-Kirche. Die protestantische Kirche aus dem 18. Jahrhundert erinnert mit ihrer großen grünen Kupferkuppel, der weißen Fassade und ihrem wunderschönen Eingangsportal ein wenig an spanische Kirchen und ist so gut erhalten, dass auch heute noch Gottesdienste darin stattfinden. Aber auch andere Gebäude aus der Kolonialzeit prägen das Stadtbild auf faszinierende Weise, so etwa Lawang Sewu. Das Haus der „tausend Türen“ wirkt ein wenig wie ein viktorianischer Bahnhof und tatsächlich diente es zunächst als Hauptquartier der lokalen Eisenbahngesellschaft. Während des 2. Weltkriegs nutzte die japanische Armee das Haus als Hauptquartier. Seit einigen Jahren ist der Bau nun dem Verfall preisgegeben – und ist trotzdem eines der berühmtesten Wahrzeichen von Semarang.

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