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Kopi Kaffee und Tee (teh) in Indonesien

Eine richtige Spezialität Indonesiens, besonders auf Java, Bali und Lombok, stellt der Kaffee (kopi) dar. Der Arabica-Kaffeestrauch wurde durch holländische Plantagenbesitzer im 18. Jahrhundert eingeführt und entwickelte besonders in den Höhenlagen der drei Inseln nach der Röstung sehr feine Aromen bei sehr geringer Säure. Noch heute bestehen die feineren Sorten holländischen Kaffees hauptsächlich aus Java-Kaffee. Für Kaffee wird in vielen Ländern sogar das Wort „Java“ synonym verwendet – und fand auch in der gleichnamigen objektorientierten Programmiersprache mit ihren „Beans“-Objekten ihren humorvollen Niederschlag.

Auch in Indonesien ist der Kaffeegenuss tief in die Kultur verankert. Ein bis zwei Löffel des sehr fein gemahlenen Kaffeepulvers werden in einer mittelgroßen Tasse zusammen mit etwas Zucker aufgebrüht und direkt daraus getrunken. Am Boden dieses „kopi tubruk“ sammelt sich dann das Pulver – also besser nicht alles austrinken. Milch im Kaffee ist unüblich, sieht man einmal von „kopi susu“ ab, Kaffee mit süßer Kondensmilch. Schließlich darf am Zucker traditionell nicht gespart werden…

Kopi Kaffee

Kopi Kaffee ©iStockphoto/saiko3p

Übrigens: Als besondere Spezialität gilt Kopi Luwak, auch unter den Bezeichnungen Coffee Alamid oder Philippine Civet Coffee bekannt. Einen Hinweis darauf, was es damit auf sich hat, gibt die etwas saloppere Bezeichnung „Katzenkaffee“: Auf Java, Sumatra und Sulawesi lebt eine Schleichkatzenart (Musang luwak/Musang pandan), die sich von den süßen Kaffeekirschen ernährt. Da die Tiere nur das Fruchtfleisch verdauen können, scheiden sie die Kaffeebohnen wieder aus. Die auf diese Weise anfermentierten Bohnen werden eingesammelt, (natürlich) gesäubert und weiter veredelt. In Europa wird diese Spezialität, die durch ein ganz besonderes Aroma bestechen soll, zuweilen für 800 Euro und mehr pro Kilo gehandelt…

Die zweite flüssige Spezialität des Landes ist der einheimische Tee („teh“), der meist als voll fermentierter Schwarztee, halbfermentierter Oolong oder unfermentierter Grüntee angeboten wird. Die Qualität ist meist ganz hervorragend: Gerade die Java-Oolongs als Zwischenstufe zwischen Grünem und Schwarzem Tee sind auch in Deutschland beliebt.
Die klassischen Tees werden auch in Indonesien ganz klassisch heiß und mit Zucker getrunken. Dass Teegenuss auch anders möglich ist, beweist „teh botol“. Dieser süße Jasmin-Eistee ist überall in Flaschen erhältlich – und eine populäre Alternative zu den sonst üblichen Softdrinks.